In vitro single guide RNA activity assay in regulated environment for quality control purposes
Christian Sattler, Felix Bade, Aref Shahnazari, Andela Juric, Julia Kraus, Michael Rühl
Zusammenfassung:
Die Entdeckung des bakteriellen Abwehrsystems gegen Phagen, CRISPR/Cas, hat die genetische Forschung grundlegend verändert. Seine Anwendung ermöglicht die einfache und präzise genetische Veränderung von Zielzellen, vom Genome Editing bis zu therapeutischen Ansätzen [1]. Zentrales Element ist die etwa 100 Nukleotide lange Single-Guide-RNA (sgRNA) mit einer zielspezifischen Erkennungsregion von 20 Nukleotiden.
Die sgRNA bildet mit der Cas9-Endonuklease einen Ribonukleoprotein-Komplex (RNP). Dieser erkennt die gewünschte DNA-Zielsequenz, an der Cas9 einen Doppelstrangbruch erzeugt. Anschließend kann die Zielzelle die Schnittstelle über ihre Reparaturmechanismen mit neuer DNA auffüllen; alternativ lassen sich unerwünschte DNA-Sequenzen gezielt entfernen. Kürzlich erhielt die erste auf einer CRISPR/Cas9-Stammzelltherapie basierende Behandlung eine Zulassung [2].
Das große therapeutische Potenzial dieser Technologie erfordert belastbare Informationen über die sgRNA, beispielsweise zur Sequenzbestätigung, Reinheit und Aktivität im Zusammenspiel mit Cas9. Während Sequenz und Reinheit üblicherweise mit LC-MS-Verfahren bestimmt werden, ist für die Aktivitätsmessung der sgRNA ein enzymatischer Assay mit geeigneter Analytik erforderlich.
Wir haben einen enzymatischen In-vitro-Aktivitätsassay entwickelt, der auf Plasmid-Ziel-DNA und kapillarelektrophoretischer Analyse basiert und die sgRNA-abhängige Aktivität in einem regulierten QC-Umfeld bestimmt. Die Zielsequenz ist auf einem Plasmid kodiert, das mit dem RNP inkubiert wird. Das RNP schneidet die Ziel-DNA an der vorgesehenen Stelle in zwei Fragmente. Mithilfe der Kapillarelektrophorese werden die Spaltleistung und damit die Aktivität des RNP gemessen.
Aus den gewonnenen Daten lässt sich die Schnitteffizienz des RNP berechnen.